Oh mann. Schon so viel 2012 gewesen und ich komm’ zu nix. Nun aber endlich der erste Eintrag in Exilkielers Tagebuch in 2012 und da gibt’s gleich ein Interview, das ich schon am 14.01.2012 mit Gitarrist, Komponist und Sänger Hermann Skibbe am Rande des Konzerts von Witchhouse aus Kehl und dem Trio SKIBBE Band geführt habe. Weiterlesen
Archiv der Kategorie: Exiltagebuch
Erster Oktober Erinnerungen
In den Nachrichten wurde ja schon vom Wärmsten September seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gesprochen. Es scheint, als solle dies die Entschädigung für diesen vergeigten, vergangenen Sommer sein.
Heute ist Samstag, der erste Oktober und das Thermometer hier im Exil Süden zeigt satte 25°C. Kein Wölkchen am Himmel und die leichte Brise weht den Klang der Rasenmäher in der Umgebung herüber. Einfach mal auf dem Balkon sitzen und die warmen Sonnenstrahlen genießen und – in Erinnerungen schwelgen. Weiterlesen
Dirndl-Dichte und Lederhosen-Aufkommen
Wer dieser Tage in’s Bayrische Landeshauptdorf reist, erlebt ein farbenfrohes Schauspiel. Es herrscht nämlich Oktoberfest oder wie man hier schlicht sagt: Wiesn.
Für die Nordlichter: Das ist sowas wie die Kieler Woche, nur ohne die ganzen coolen Sachen wie Segeln, Popularmusik und Regenwetter.
Beruflich hat es mich heute nach München verschlagen und schon am Hauptbahnhof konnte man viele Einheimische, Zugereiste und Touristen in der traditionellen Tracht der Ureinwohner beobachten.
Wenn man sich dann, wie ich, mit der U-Bahn in entgegengesetzter Richtung bewegt, also von der Haltestelle Theresienwiese weg (die U5 wird übrigens in der Stationsdurchsage offiziell als “Wiesnexpress” angekündigt), nimmt die Dirndl-Dichte ab, was auch im direkten Verhältnis zum sinkenden Lederhosen-Aufkommen steht.
Man kann zweierlei Ausprägungen erkennen. Graumelierte Damen und Herren bevorzugen klassische Stoffe und Schnitte. Jüngere Generationen variieren eher in diesen Punkten und ergänzen zeitgemäße Accessoires wie Sonnenbrillen und iPhones.
Weniger passend erscheint mir die Kombination traditioneller Trachten-Herren-Oberbekleidung vom Hemd bis zu den Socken mit Nikes oder Chucks. Optisch wesentlich ansprechender als stachelige Männerbeine sind da schon die Dirndl-Variationen für die ärmeren Schichten wie Studentinnen, bei denen in passenden Regionen am Stoff gespart wurde.
Aber auch sonst treibt die Wiesn seltsame Blüten. So bietet Burger King gar eine aus drei Motiven bestehende T-Shirt Kollektion zum Oktoberfest an. Und wenn selbst Münchner Mütter in der U-Bahn ihren Kindern schmunzelnd ankündigen “Pass auf, gleich steigen wieder ganz viele Dirndl und Lederhosen ein”, dann stelle ich mir vor, wie es wäre, wenn zur Kieler Woche 90% der Besucher im Matrosenanzug gingen.
Exilkielers Tagebuch #43 – Urlaubssouvenir und Podcastvorstellung
Ohne viele Worte vorweg.
Shownotes
Steckdosengespräche
Daily Coffee Break – Deine digital betreute Kaffeepause
Geduld ist ein mächtiges Werkzeug
Böse Zungen behaupten ja, ich wäre nicht geduldig, sondern phlegmatisch*, aber gestern hat sich wieder einmal bewiesen, dass Geduld und Beharrlichkeit in manchen Fällen zum Erfolg führen können.
Donnerstag, ich stehe in der Mittagspause zu Hause Essen brutzelnd am Herd und erwarte das Töchterchen aus der Schule.
Da klingelt das Telefon.
Mülltrennung nach Din A5
Ich bin ein schlechter Mensch… und das fällt sogar schon den Nachbarn auf.
Aber Ernst beiseite, ich kenne ja schon unterschiedliche Ausprägungen sogenannter “Telefonschreck”-Anrufe verschiedener Radiosender. Bisher hatte ich allerdings geglaubt, dass diese
a) so langsam ausgestorben sind und
b) der Witz davon lebt, dass man einen Gesprächspartner hat und den Witz nicht auf den Anrufbeantworter spricht.
Ungelogen, diesen Spruch hatte ich heute Abend auf dem kleinen schwarzen Kasten und ich kann und will ihn Euch nicht vorenthalten. Das kann unmöglich ernst gemeint gewesen sein. Hört selbst. Viel Spaß.
Vielleicht mach’ ich noch einen Hit draus… Der Raab kann doch auch aus Sch… BonBons machen.
(Update: gedacht, getan)
Nachtrag:
Nach ein wenig googlen stellt sich heraus: Es ist in der Tat ein Fake, aber da hat sich jemand viel Mühe gegeben, um mir das auf den AB zu spielen… Manche Menschen haben zu viel Zeit… Hier das Original. (Könnte Stefan Reusch sein…)
Der Fehler im Sortiment
klar, ich bin freiwillig in den Süden, also ins “Ländle” gezogen und meistens ist es ja auch gar nicht soooo schlimm. Aber es gibt Tage, da wird meine Geduld mit dem südlichen Bundesland auf eine harte Probe gestellt. Heute ist so ein Tag.
Ich mag Kartoffelsalat. Am liebsten natürlich den von meiner Mama, aber auf jeden Fall gibt es nur eine wahre Variante von Kartoffelsalat, nämlich die mit Mayonaise, Gurke und Ei. Die norddeutsche Variante eben. Bisher war das Leben im Exil in dieser Hinsicht auch insofern erträglich, dass man im Supermarkt um die Ecke einen kleinen Eimer dieser leckeren Salatvariation kaufen konnte. Der kommt zwar an den Selbstgemachten nicht ganz heran, ist aber durchaus genießbar.
So sollte es denn auch heute zum Abendessen die immer wieder gern genommene Kombination aus Würstchen und Kartoffelsalat geben und ich beschloss, auf dem Weg vom Büro nach Hause kurz beim örtlichen Supermarkt um die Ecke alles Nötige zu besorgen.
Vor dem Kühlregal stehend, musste ich zweimal hinsehen. Dort, wo sonst kleine und große Packungen mit “echtem” Kartoffelsalat standen, musste ich kleine Eimerchen mit der Aufschrift “Unsere Heimat – Traditioneller Kartoffelsalat mit Essig und Öl” entdecken. Ein Schock. Ich habe ja schon von dieser badischen oder schwäbischen Variation gehört (korrigiert mich – ich weiß, es gibt auch noch eine Variante mit Brühe), sie probiert und für keine brauchbare Alternative befunden (die Kantinenversion sollte hier gänzlich verschwiegen werden).
Es entsteht der Eindruck, dass das gesamte Sortiment ausgetauscht wurde. Ich hätte sicherheitshalber eine Supermarktangestellte fragen können, aber ich war zu aufgewühlt. Sollte dieser Zustand anhalten, muss ich wohl eine Facebook-Gruppe “Ich will meinen Kartoffelsalat zurück” gründen.
Abendessen ist gelaufen.
Dein Exilkieler.

