Wo hört die Selbstverantwortung auf und wo fängt der Datenschutz an?
Im ersten Teil ging es um meine Überlegungen zur Preisgabe meiner Daten, wie sieht es aber mit der Verwendung aus?
Ich habe mich also nun für die Teilnahme an einem sozialen Netzwerk entschieden, Bedingungen gelesen akzeptiert und die Einstellungen nach bestem Wissen und Gewissen so hingefrickelt, dass ich mit der Reichweite meiner Veröffentlichungen leben kann, ohne befürchten zu müssen, dass am nächsten Tag im Büro hinter meinem Rücken getuschelt wird.
Während meine virtuelle Identität sich entwickelt und ich mit ihr auch außerhalb des vermeintlich geschlossenen sozialen Netzwerks im Internetz bewege, hinterlasse ich Spuren auf meinem Weg.
Aus diesen Spur-Daten machen findige Geschäftsleute und deren erfindungsreiche Techniker und Informatiker wertvolle Informationen, indem sie sie in Beziehung zueinander und zu mir setzen. Auf diese Weise kann zum Beispiel ein Profil über mich und meine Interessen entstehen, das – sollte ich mich darüber hinaus in einer demografisch werberelevanten Zielgruppe befinden – für verschiedene Branchen interessant und für Werbetreibende schon fast kostbar ist.
Wer sich jetzt an Teil 1 erinnert und sagt, dass diese Informationen ja sehr wohl personenbezogen sind, wenn sie zu mir in Beziehung gesetzt werden und ich darauf keinen Einfluss habe, dass und wie sie erhoben werden, dann hat er recht und das ist auch der Punkt, der dem Schleswig-Holsteinischen Datenschützer Thilo Weichert so sauer aufstößt. Weiterlesen
